Zwei Amerikanerinnen auf Ahnenforschung: Ahmann Besuch in Marl

Bericht

Was zwei Amerikanerinnen an Marl interessiert

 

Marl ist auch für Amerikaner interessant! Vielleicht nicht für alle, aber wenn es unter ihren Vorfahren auch Marler (oder Marlerinnen) gegeben hat, dann auf jeden Fall. Deshalb haben sich jetzt zwei Schwestern aus den USA in Marl umgesehen: Was war das damals für ein Städtchen, aus dem die Ahmanns mal ausgewandert sind. Wie haben sie dort gelebt? Warum gaben sie hier ihr Leben auf?

 

Carol Beresford aus Colorado und Rebecca Everett aus Kalifornien wollten es ganz genau wissen und sahen sich in Alt-Marl um. Die Schwestern sind Nachfahren der Familie Ahmann und wurden auch in den USA mit diesem Nachnamen geboren. Sie haben sich die Verbindung bewahrt, indem sie Ahmann zu ihrem „middle name“ machten und damit eine familiäre Tradition weiterführten.

 

Für die beiden gab es vieles in Marl zu entdecken. Beeindruckt waren sie vom Heimatmuseum, wo Stadtführerin (Mitglied des Heimatvereins und der Geschichtswerkstatt) Sylvia Eggers den beiden Amerikanerinnen einen Einblick in das tägliche Leben des „alten Marl“ gab und ihnen den Sinn von kuriosen deutschen Redewendungen erklären konnte. Fachmännisch besprachen sie die Arbeitsweise von Webern und den Druck von Stoff, ließen sich die die Zimmer der Bewohner (und die Nachbarschaft zu den Tieren) erklären, die Bauweises Hauses und die Funktion der Schmiede in der Museumsscheune nebenan. Anstrengend wurde es dann „unter Tage“ beim Gang durch den Streb unter dem Museum. So gab es auch einen Einblick in die Arbeit der Bergleute.

 

Die beiden Schwestern kannten Marl bislang nur vom Hörensagen. Carol hatte mal 1968 als Studentin in der Nähen von Stuttgart gelebt. Aber mittlerweile sind ihre Deutschkenntnisse verloren gegangen.

 

Von Marl wussten sie, dass hier Theo Ahmann (den Marlern als Polizist und „Bürgeranwalt“ in Erinnerung) und Willi Ahmann lebten, deren Großväter Brüder waren und die sich damals auch für Ahnenforschung interessierten. Es gab zwei Ahmannn-Höfe: einen Am Kanal 103 (Theo Ahmann) und einen an der Brüderstraße (Willi Ahmann). Letzterer war im März 1969 abgerissen worden.

 

Die Schwestern gehörten zu einer Gruppe von „Ahmanns“, die sich in Europa umsehen wollten und deshalb Station in Luxemburg  machten. Von dort machen sie ihren Abstecher nach Marl.

 

 

 

Bild

 

Im Heimatmuseum konnte Silvia Eggers (r.) den beiden Amerikanerinnen Rebecca Everett (l.) und Carol Beresford das Leben in Marl vor 200 Jahren erklären.

 

 


Dieser Beitrag wurde am 26.04.2026 von Stefan Jansen erstellt.