Der Opa war Heinrich Keßler, der ein Vierteljahrhundert entscheidend am Aufbau des Heimatmuseums beteiligt war und engagiert bei den Bürgern all die Gegenstände einsammelte, die dort heute zu sehen sind . Bei einem Kaffeenachmittag in der Museumsscheune und einer ausführlichen Besichtigung der Sammlung und der Mühle kamen Erinnerungen hoch. Der Vorsitzende Stefan Jansen erzählte ihnen von den heutigen Aufgaben des Heimatvereins, den Erfolgen und Zielen.
Die vier Enkelkinder von Heinrich Keßler, zwischen 63 und 82 Jahre alt, haben Marl erst in den 1960er Jahren verlassen und haben erlebt, wie die Stadt aus den Trümmern aufwuchs und sich veränderte. Sie wohnten damals auf der Hülsstraße gegenüber der Waldschule, die der Opa lange Zeit leitete. Später traf man sich gelegentlich, kam nach Marl und hielt so die Beziehung zum Geburtsort. Diesmal war es etwas Besonders: Zum ersten Marl waren alle vier gekommen: Wolfgang Keßler (82) aus Kerken, Franz Josef Keßler (79) aus der Gegend von Münster, Cornelia Weiß (63) aus Bad Honneff und Mechtild Howell (78) aus den USA. Die weite Anreise war übrigens nichts Besonders. Sie war schon rund ein Dutzend Mal nach Deutschland gekommen.
Senior Wolfgang Keßler erinnert sich gerne an seine Heimatstadt: „Ich fand Marl immer toll. Besonders, weil ich mit dem Fahrrad überall hinkam. Zum Beispiel zum Badeweiher“ Aber das sei wohl inzwischen etwas schwieriger geworden.
Von ihrem Großvater haben die vier übrigens das Interesse an Geschichte „geerbt“. Besonders die Familiengeschichte hat noch Lücken, die man klären will, wie Wolfgang Keßler erklärt. Wie war das eigentlich damals 1936, als Heinrich Keßler aus dem Schuldienst ausschied? Ging er einfach nur mit 62 in Rente, oder wurde er von den Nazis rausgedrängt, weil er unbequem war? Er habe immer seinen eigenen Kopf gehabt und sei damit angeeckt. Jetzt will er sich die Schulakten der damaligen Zeit genauer ansehen, die er im Landes-Archiv in Münster zu finden hofft.
Die Führung durch das Heimatmuseum wurde von den vier Besuchern mit großer Begeisterung verfolgt. Museumsführerin Claudia Jansen konnte mit Geschichten aus dem Leben der Marler vor 200 (und mehr) Jahren überraschen und bei den Gästen Erinnerungen an ihre eigene Jugend wecken.
Der Heimatverein war glücklich über den Besuch der Keßler-Nachfahren und die Möglichkeit, viele Fragen zu stellen. Schließlich hat er nach Heinrich Keßler seinen Heimatpreis benannt, der alle zwei Jahre vergeben wird: Als Anerkennung für Verdienste um die Bewahrung der Heimat Marl und ihrer Zeugnisse und um die Förderung des Heimatbewusstseins. Vielleicht ist bei einer künftigen Feier auch einmal ein „echter“ Keßler dabei. ben
Fotos:
Vor dem Backofen: Johannes Weiß, Cornelia Weiß, Wolfgang Keßler, Mechtild Howell, Fanz Josef Keßler
Johannes und Cornelia Weiß, Wolfgang Keßler, Mechtild Howell, Brigitte Vorholt, Franz-Josef Keßler, Stefan Jansen
Einladung zum Kaffeetrinken (v.l.): Christian Wiethoff, Brigitte Vorholt, Mechtild Howell, Stefan Jansen, Cornelia Weiß, Johannes Weiß, Wolfgang Keßler.
Dieser Beitrag wurde am 12.04.2026 von Stefan Jansen erstellt.