Heimatmuseum Wassermühle

Heimatmuseum Marl

Die Wassermühle in Alt-Marl ist eines der ältesten Gebäude Marls mit einer sagenumwobenen Geschichte. Bereits 1514 wird sie urkundlich als „Loe’sche Wassermühle“ im Dorf erwähnt. Zunächst war sie nicht nur Kornmühle, sondern auch Schälmühle (für Gerste, Hafer und Buchweizen) und Ölmühle. Immer wieder wechselte im Laufe der Zeit der Besitzer. Im 18. Jahrhundert wurde sie regelmäßig auf 12 Jahre verpachtet (teils auf 6 Jahre unterverpachtet). 1812 betrieb Joseph Fromm die Mühle, sein Nachfolger Fromme renovierte sie 1855, als Wassermangel regelmäßig große Probleme machte.

Die Aufrüstung der Mühle mit einer Dampfmaschine um 1920 brachte keinen Erfolg. 1925 wurde der Betrieb aufgegeben, im Jahr zuvor war auf der anderen Seite des Mühlenwalls (heute: Am Volkspark) die Freibadeanstalt eröffnet worden. Einige Jahre später kam die Idee auf, die Gebäude als Heimatmuseum zu nutzen, 1933 wurde es eröffnet.

Der erste Museumswart Rektor Heinrich Keßler schaffte fleißig in und um Marl Material für eine Heimat-Sammlung heran, so dass das Gebäude dafür in den 1960er Jahren als zu klein galt. Einen An- oder Umbau verwarf der Heimatverein, stattdessen wurden zeitweise Räume im nahegelegenen Overdieck‘schen Hof dazu genommen.

Das Leben im alten Marl

Die „Mühle am rauschenden Bach“ klapperte fünf Jahrhunderte, heutzutage nur noch zweimal im Jahr: Wenn die Mühlradfreunde am Mühlentag und zum Volksparkfest das Mahlwerk in Betrieb setzen. Die Mühle und das sich anschließende, um 1770 erbaute Wohnhaus des Müllers (Ackerbürgerhaus) bilden eine Einheit und werden heute als Heimatmuseum genutzt. Seit 1987 steht es unter Denkmalschutz.

Hier wird das Wohnen um 1800 gezeigt: eine Bauernküche mit offenem Kamin und Stuben mit Möbeln, Handwerkzeug, Hausrat, Kleidung und Schmucksachen. Im Keller des Museums haben Bergleute der Zeche Auguste Victoria ein Stück eines Stollens nachgebaut.

Heimatmuseum Marl
Wassermühle im Betrieb

Wassermühle im Heimatmuseum Marl

Die Wassermühle wird mit einem oberschlächtigem Wasserrad betrieben. Das Mahlwerk besteht aus zwei Mahlgängen (nur noch einer aktiv). Das Wasserrad ist aus Eichenholz, hat einen Durchmesser von 2,52 m, ist 1,17 m breit und besteht aus 24 Schaufeln. Die zweiteilige Stahlwelle ist 3-fach gelagert.

Historie der Wassermühle

1991

Neubau des Wasserrades durch den Mühlenbauer Karl Rolfing, Stemwede, Destel. Beauftragung durch die Stadtverwaltung Marl. Finanzierung aus dem Erlös eines Mühlenfestes aller Marler Vereine unter der Leitung der Mühlradfreunde (Hans Schemberg).

PS.: Anfangs waren es übrigens 8 Mühlradfreunde

1993

Nach jahrelangem Stillstand wurde ein Mahlgang repariert und war somit zum Schroten wieder funktionstüchtig.

2003-2004

Herstellung eines neuen Wasserrades durch die Mühlradfreunde (Heinz Fathmann, Hans-Willi Feykes, Peter Angel) in ca. 180 Arbeitsstunden. Einbau des Rades unter Mithilfe aller Mühlradfreunde in Verbindung mit einem Hebefahrzeug von Karl Fromme, Marl. Finanziert wurde das Rad durch die Holzlieferung der Fa. Hermann Elfering, Marl.

2004

Bau der Museumsscheune durch die Mühlradfreunde. Unterstützt durch die Auszubildenden der RWE, sowie deren Ausbilder Martin Schemberg. Die Azubis verlegten die Versorgungsleitungen und bauten die Schmiede mit Esse ein, sowie die dazugehörigen Frischluftzuleitungen.

2005 (Ende Juli)

Einweihung der Museumsscheune

2007

Bau des Glockenturms. Die Mühlradfreunde bauen zusammen mit den Auszubildenden der RWE den Glockenturm. Die Johannesglocke, 1643 in der Glockengießerei Petit & Edelbrock in Gescher von Johannes Paris gegossen, wurde zur Erinnerung an den Oberst Johannes vom Loe und zum Loe und Dorneburg gestiftet.

Bis 1928 befand sich die Glocke in St. Georg in Alt-Marl. Sie wiegt 400 kg, hat einen Durchmesser von 93 cm und eine Höhe von 75 cm.

Siehe auch: Wassermühle Alt-Marl - Fotos 2 - Medienwerkstatt-Wissen © 2006-2025 Medienwerkstatt

2008

Einbau einer neuen Stahlwelle durch die Mühlradfreunde. Kran: der Fa. Fromme. Hersteller der Welle: Fa. Capito & Assenmacher, Dortmund. Planung: Gerd Marx, Marl.

2013

Bau und Spende der Sonnen-/Regensegel vor dem Museum durch RWE

2015-2016

Bau eines Wasserrades, ehrenamtlich durch die Mühlradfreunde (Josef Köper, Heinz Fathmann, Bernd Bucher, Dieter Real, Heribert Göddemeier, Peter Angel, Hans Gläser, Hans-Willi Feykes) wieder in der Schreinerei Elfering.

Alle anderen Mühlradfreunde halten an den Arbeitstagen die Stellung am Museum. Das Holz wurde bezahlt aus der Engel Stiftung. Edelstahlschrauben gestiftet von der Fa. Evonik.

2017

Einbau des Mühlenrades

2022-2023

Bau des Backofens durch die Mühlradfreunde. Die Backofenteile wurden von Johannes Wessels vom Kötterweg gespendet. Der Backofen war dort jahrelang in Betrieb, nachdem das Backhaus abbrannte wurde der Backofen in Einzelteilen eingelagert und im Jahr 2019 von den Mühlradfreunden abgeholt!

Die ersten Arbeiten am Backofen fanden im Sommer 2022 statt. Die Mühlradfreunde Andreas Heidinger, Udo Preckel, Stefan Jansen, Ferdinand Jansen, Tim Sommer und Christian Wiethoff haben den Backofen wieder aufgebaut.

Unterstützt wurden sie von der Fa. Karl Fromme, Fa. Brauer und Zimmermann Paul Hesterkamp. Zum Deutschen Mühlentag am 29.05.2023 ist der Backofen das erste Mal betrieben worden.

2025

Anpassung und Einbau des alten Kirchentores von St. Georg zum Schutz des Backofens durch Auszubildende der Westnetz

Führungen und Besichtigungen sonntags (14 bis 17 Uhr). Gruppen donnerstagnachmittags, Schulklassen und Kindergärten mittwochmorgens nach Anmeldung.