Erzschacht Marl – Ein Ort der Geschichte und Kultur

Erzschacht

Willkommen im Erzschacht Marl, einem bedeutenden Zeugnis der industriellen Vergangenheit der Region. Der Erzschacht der Zeche Auguste Victoria ist heute nicht nur ein Ort des historischen Erbes, sondern auch ein lebendiger Raum für Veranstaltungen und kulturelle Begegnungen.

Der Erzschacht Marl wird von den Erzschachtfreunden Marl, einer engagierten Untergruppe des Heimatvereins Marl, aktiv genutzt und gepflegt. Die Erzschachtfreunde haben sich dem Erhalt des Erzschachts und der dazugehörigen Maschinenhalle verschrieben.

In der Maschinenhalle wurde ein „kleines aber feines“ Bergbaumuseum eingerichtet, das die Geschichte des Bergbaus in Marl lebendig macht. Hier können Besucher die Entwicklung und die Herausforderungen des Bergbaus anhand von authentischen Exponaten wie Arbeitskleidung, Grubenlampen und Werkzeugen nachvollziehen.

Auch das Außengelände ist mit historischen Grubenloks, Loren und weiteren Geräten ausgestattet, die die industriellen Wurzeln der Region anschaulich präsentieren.

Historie des Erzschachts Marl

Beim Herstellen einer Verbindungsstrecke zwischen Schacht 1 in Hüls und Schacht 4 in Drewer stieß die Gewerkschaft Auguste Victoria 1930 auf Bleizinkerz und eröffnete damit ein neues Geschäftsfeld. Auch wenn sie zunächst kein Interesse an einem Abbau hatte, weil die Direktion einen wirtschaftlichen Erfolg ausschloss. Doch die NS-Reichsregierung bestand 1935 darauf, weil sie Marler Erz für ihre Rüstungspläne brauchte. AV erhielt einen Ausgleich zwischen den Gewinnungskosten und den Verkaufserlösen und gründete 1936 die Gewerkschaft Stein V.

Der Förderturm wurde 1931 gebaut, das Erz wurde aber über bestehende Gleisanschlüsse zum Schacht 1 transportiert und dort zu Tage gefördert. Wetterführung, Seilfahrt und Materialzufuhr fanden auf AV 4/5 statt, weshalb die Anlage „Erzschacht“ hieß. Die Kohleförderung auf Schacht 4 wurde schon 1937 eingestellt.

Neun Monate nach Kriegsende wurde der Erzbergbau wieder aufgenommen. Wegen des Koreakrieges stieg der Zinkpreis, verfiel jedoch bald wieder. 1962 wurde der Erz-Abbau eingestellt. Rund 5 Mio. t Roherz, 169.000 t Blei, 227.000 t Zink und 250 t Silber waren gefördert worden. 1995 wurde der Förderturm unter Denkmalschutz gestellt. 2002 begannen die Erzschachtfreunde im Heimatverein die Maschinenhalle als Museum und für Feiern herzurichten.

Erzschacht
Bergbaumuseum Erzschacht

Bergbaumuseum

Die Erzschachtfreunde haben den unteren Raum des Maschinenhauses von AV 4/5 als lokales Bergbaumuseum hergerichtet. Hier machen Arbeitsbekleidung, Schichtbücher, Abbaugeräte und vieles mehr die Arbeit über und unter Tage lebendig. Gesteine, Mineralien und Erzbrocken aus der ehemaligen Schachtanlage ergänzen die Ausstellung.

Das Obergeschoss ist auch mit einem Aufzug zu erreichen. Es wird von der gewaltigen Fördermaschine und den Hilfsaggregaten im ehemaligen Maschinenhaus dominiert. Der geschichtsträchtige Raum kann für Ausstellungen, Vorlesungen, Feiern und andere kulturelle Zwecke genutzt werden.

Veranstaltungen im Erzschacht Marl

Der Erzschacht Marl bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten von Veranstaltungen. Trauungen sind im Erzschacht möglich, gefolgt von einer Feier in den Räumlichkeiten für bis zu 100 Personen. Die Räumlichkeiten können auch für andere Feiern und Veranstaltungen genutzt werden, wie Kammerkonzerte, Empfänge, Lesungen, Ausstellungen, Seminare, Spiele, Firmen-Events oder sonstige Festlichkeiten.

Die Veranstaltungen sind für Gruppen unterschiedlichster Größe geeignet und können je nach Bestuhlung bis zu 100 Personen groß sein. Die Kosten variieren je nach Art der Veranstaltung und den gewünschten Leistungen. Für genauere Informationen zu Preisen und Buchungsmöglichkeiten stehen die Erzschachtfreunde jederzeit gerne zur Verfügung.

Kulturnacht im Erzschacht