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Figurentheater Hidigeigei PDF Drucken E-Mail

Rede zur Feierstunde - Installation der Figuren am 1.Juni 2006 im Heimatmuseum Marl

Figurentheater Hidigeigei

Die Bühne Hidigeigei hat sich zum Namenspatron den philosophierenden Kater aus dem Trompeter von Säckingen von Viktor von Scheffel genommen.

Der Kater hatte Christa Kuhlmann (+) schon immer großen Eindruck gemacht. Ein Spruch des Katers wurde dann auch unser Wahlspruch:

Hidigeigei spricht, der Kater
Pflück die Früchte
Eh sie platzen
Wenn die mager `n Jahre kommen,
saug an der Erinnrung Tatzen.

 

Über die Arbeit mit Christa kann ich sagen: „15 Jahre - Freundschaft mit viel Theater!!"

Wir wollten etwas kleines machen nach unserer ersten Begegnung 1985 und dann hat es tatsächlich 9 Monate gedauert, bis das KLEINE da war, Zwillinge nämlich - De Fisker un seine Frau!!!

Christa war eine exzellente Textschreiberin und in der Literatur kannte sie sich ausgezeichnet aus. In Plattdeutsch - münsterländer Plattdeutsch sollte der Text sein zum Fischer. 

Der Maler Phillip Otto Runge hat das Märchen in seiner pommerschen Mundart aufgeschrieben und danach haben die Brüder Grimm es in ihre Hausmärchensammlung übernommen. 

Wenn Christa und ich uns unterhielten, z.B. beim Einkaufen, dachten manche unfreiwilligen Mithörer, wir sprechen eine Geheimsprache. 

Figurentheater Hidigeigei

Anweisungen von ihr, wie z.B, „Denk daran, dass wir dem Papst noch  die Brust schleifen, -oder- "wir müssen noch Fransen ans Schlossgesimse nähen" brachten uns zum Lachen, wenn wir in die Gesichter der  unfreiwilligen Mithörer sahen. Bei der Inszenierung und beim lauten Überlegen, sprudelten oft nur so die Ideen und beim Abstrahieren mussten wir uns von so manchem tollen Einfall trennen. 

Der Fritz-Wortelmann-Preis der Stadt Bochum für Amateur-Figurentheater wurde uns nach dem Wettbewerb im März 1986 verliehen. Wir traten mit 17 Bühnen als Konkurrenten aus der gesamten Bundesrepublik an und waren sehr stolz auf den ersten Preis. 

So spielten wir den Fischer in Husum bei den Pole Poppenspäler -Tagen im dortigen Schloß und auch in Stuttgart bei Festivals. Wohl 150 Mal breitete der Fischer seine Netze aus vom Süden bis zum Norden und wir fingen viele begeisterte Zuschauer. 

Das Plattdeutsch verstand jeder, denn die Figuren transportierten das Geschehen eindeutig. 

Viel Freude haben wir gegeben! 

Im März 2001 haben wir uns sehr über die Verleihung des Heinrich Kessler-Preises vom Heimatverein Marl gefreut. Wir erhielten ihn in Anerkennung für die Erhaltung der Plattdeutschen Sprache, des Brauchtums und des Heimatgedankens.

Die wunderschönen Figuren schlafen jetzt, der Text ist und bleibt wach und lebendig. 

Hier im Heimatmuseum können Besucher mit der Sprache vertraut gemacht werden. Ich bin gerne bereit, Textproben unseres Stückes zu geben wann immer es sich ergibt oder gewünscht wird. 

Ich danke der Dr. Engel Stiftung im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft für die finanzielle Unterstützung dieser Installation und dem Marler Heimatverein, der nun dem Fischer und seiner Frau einen wunderschönen Wohnort gibt.

Helga Ahlert und Christa Kuhlmann

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 28. März 2010 um 17:32 Uhr
 
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